Jakobskreuzkraut

Das Jakobskreuzkraut

Aussehen, Vorkommen, Honig

Aussehen und Gestalt

Im ersten Jahr bildet die Pflanze eine Rosette mit tief geschlitzten Blättern. Von ihrer Pfahlwurzel ausgehend, erstrecken sich zahlreiche Faserwurzeln im Umkreis von 30 cm und mehr.

Im zweiten Jahr wächst der aufrechte Stängel, der sich oberhalb der Mitte verzweigt. Erste blühende Pflanzen findet man ab Mitte Juni, die Hauptblütezeit ist Juli – daher der Name: Jacobi am 25. Juli – bis August. Jakobskreuzkraut ist ein Körbchenblüher. Die etwa 15 bis 20 mm breiten goldgelben Einzelblüten werden aus den innenliegenden Röhrenblüten gebildet, die sehr charakteristisch von 13 gelben Zungenblütenblättern umgeben sind. Ausgewachsene Pflanzen werden leicht 1 m hoch. Die kräftigen Stängel sind meist rot angefärbt.

Herkunft

Beim Jakobs-Greiskraut handelt es sich nicht um einen Neophyten, sondern um eine einheimische Art.

Verbreitungsgebiete

Das Jakobs-Greiskraut ist an Feldrändern, auf Wiesen, Ackerbrachen, Magerrasen und in anderen Gras- und Staudenfluren recht verbreitet. Es gedeiht am besten auf mäßig frischen bzw. wechselfrischen, mehr oder weniger nährstoff- und basenreichen, humosen Lehm- und Sandböden in humidem Klima.

Die Pflanze verbreitet sich über Samen, die ähnlich wie beim Löwenzahn vom Wind fortgetragen werden.

Auf Stellen mit unbewachsenem Boden findet das Kreuzkraut optimale Keimbedingungen.

Zur Vorbeugung soll für eine dichte Grasnarbe ohne Fehlstellen gesorgt werden, so dass der Samen nicht zur Keimung gelangen kann. Bei Fehlstellen soll eine Nachsaat mit Grassamen durchgeführt werden.

Giftgehalt

Alle Pflanzenteile enthaltenen giftige, leberschädigende Pyrrolizidinalkaloide. In den Blüten ist der Gehalt bis zu doppelt so hoch wie im Kraut.

Bienen und andere Insekten

Das Jakobskreuzkraut wird vorwiegend von Weichkäfern, Fliegen, Schwebfliegen und Faltern diverser Arten angeflogen.

Bei Bienen ist das Jakobs-Greiskraut ist nicht sonderlich beliebt und wird von Bienen nur als Nektarquelle ‘zweiter Wahl’ angesehen, wenn sie keine besseren Alternativen finden. In einer “nur grünen” Landschaft mit weiten Wiesen, Weiden und Maisfeldern haben die Bienen oft keine große Auswahl, so dass das Jakobskreuzkraut mit seinen knallgelben Blüten reichlich Nektar signalisiert. Mitte Juli, wenn des Jakobskreuzkraut in voller Blüte steht, geht für den Imker die Zeit der Honigernte eigentlich zu Ende. So raten Imker, den Honig vor der Jakobskreuzkrautblütezeit abzuschleudern – und den Rest der Sommertracht den Bienen selbst zu überlassen.

Für Bienen und ihre Larven sind die PA-Gehalte in Nektar und Pollen des Jakobskreuzkrautes unproblematisch. Im übrigen gilt: Wer auf den Sommerhonig nicht verzichten will, sollte seine Bienenstöcke nicht gerade in die Nähe eines großflächigen Jakobskreuzkraut-Bestandes stellen.

Honig

Pyrrolizidinalkaloide können über den Nektar in Honig übertragen werden. Bei deutschen Honigen ergaben Untersuchungen eine vergleichsweise geringe Belastung, kritischer ist dies bei Honigen aus Übersee. Einen rechtsverbindlichen Grenzwert für PA gibt es bislang nicht, sondern lediglich einen vom Bundesinstitut für Risikobewertung empfohlenen PA-Grenzwert von 140 Mikrogramm pro kg Honig. Bei einer Analyse von 126 Honigproben aus verschiedenen Gebieten Schleswig-Holsteins lagen nur sieben Proben, d.h. 6 %, über dem empfohlenen PA-Grenzwert. 53 % der Proben befanden sich meist deutlich unter dem Empfehlungswert, bei weiteren 41 % war ein PA-Nachweis technisch sogar nicht möglich. Selbst bei einer weiteren Untersuchungsreihe, gezielt mit Honig aus Gegenden mit besonders großflächigen Jakobskreuzkraut-Beständen, lagen die Ergebnisse zu 85 % unterhalb des Empfehlungswertes. Beide Reihen griffen ausschließlich auf Honig der Sommertracht zu, um die Blütezeit des Jakobskreuzkraut mit einzubeziehen. Bei Billig-Honigen aus dem Discounter-Laden kann die PA-Belastung deutlich höher liegen, bedingt durch die Beimischung von Rohhonig aus Amerika oder Asien

Bekämpfung, Begrenzung

Die wichtigste Bekämpfungsmaßnahme besteht darin, die Samenbildung der Pflanze zu verhindern. Das bedeutet, dass betroffene Flächen spätestens bei Blüh-Beginn gemäht werden. Durch zweimaligen Wiesenschnitt vor der Blüte kann das Jakobskreuzkraut zurückgedrängt werden.

Bei Auftreten von Einzelpflanzen ist die mechanische Bekämpfung durch Ausreißen oder Ausstechen spätestens bei Blüh-Beginn die sicherste und wirksamste Methode. Zur eigenen Sicherheit sollten Schutzhandschuhe getragen werden, da nach Hinweisen in der Literatur der Wirkstoff auch über die Haut aufgenommen werden kann.

Eine zu späte Bekämpfung erst während der Blüte-Zeit führt nicht zum Erfolg, denn abgemähte oder abgerissene Blütenköpfe entwickeln dennoch ihre Samen über eine Notreife, so dass es trotz der Bekämpfung zu einer Samenverbreitung kommen kann.

Quellenhinweise:

Zusammenfassung aus den Quellen
– https://de.wikipedia.org/wiki/Jakobs-Greiskraut
– https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/ackerbau/gruenland/jakobskreuzkraut.htm
– https://schleswig-holstein.nabu.de/tiere-und-pflanzen/pflanzen/sonstige-pflanzen/jacobsgreiskraut/19039.html